Wirtschaft GRAZ – AUSTRIA 12. Oktober 19 Uhr
Cradle to Cradle – Hat Kreislaufwirtschaft eine Zukunft? – Cradle to Cradle hat Antworten
Minoritensaal Graz
Mittwoch, 12. Oktober 19 Uhr
Cradle to Cradle – Hat Kreislaufwirtschaft eine Zukunft? – Cradle to Cradle hat Antworten
Minoritensaal Graz
Mittwoch, 12. Oktober 19 Uhr
Masterplan Cleantech Switzerland
Strategie des Bundes für Ressourceneffizienz und erneuerbare Energien
Um die Innovationskraft der Schweiz im Cleantech-Bereich nachhaltig zu stärken hat der Bundesrat ein Paket gebündelter Massnahmen verabschiedet, die als Prüf- und Umsetzungsaufträge von verschiedenen Departementen ausgeführt werden. Die Massnahmen bilden die „Strategie des Bundes für Ressourceneffizienz und erneuerbare Energien“.
Stratégie de la Confédération en matière d’efficacité des ressources et d’énergies renouvelables
Afin de renforcer durablement la capacité d’innovation de la Suisse dans le domaine des cleantech, le Conseil fédéral a adopté un ensemble de mesures groupées qui seront réalisées par différents départements sous forme de mandats d’examen et de mise en œuvre. Ces mesures constituent la stratégie de la Confédération en matière d’efficacité des ressources et d’énergies renouvelables.
Federal government strategy for resource efficiency and renewable energies
In order to sustainably enhance Switzerland’s innovative strength in the cleantech sector, the Federal Council adopted a combined package of measures consisting of implementation and review orders which will be carried out by various Departments. As a whole these measures form the ‘Federal government strategy for resource efficiency and renewable energies’.
Strategia della Confederazione per l’efficienza delle risorse e le energie rinnovabili
Per rafforzare in maniera durevole la capacità innovativa della Svizzera nel segmento del cleantech, il Consiglio federale ha varato un pacchetto di misure, incaricando vari Dipartimenti di compiere una serie di verifiche e lavori di attuazione. Queste misure costituiscono la «Strategia della Confederazione per l’efficienza delle risorse e le energie rinnovabili».
Vernehmlassung: Stellungsnahme EPEA Switzerland Januar 2011
Stellungsnahmen Vernehmlassung, siehe EPEA Switzerland
“Kleider machen Mist”
Kleider machen Mist
Vom Kompost bis zur Wiederverwertung – Forschung und Unternehmen arbeiten an recycelbaren Textilien
Von Susanne Donner
Ein abgetragener Mantel gegen eine modische Badehose, eine zerschlissene Jeans gegen eine neue Bluse, Altkleider gegen gerade eingetroffene Kollektion. «Textilhersteller werden künftig zu Rohstoffbanken», prophezeit Michael Braungart vom Hamburger Umweltinstitut Environmental Protection and Encouragement Agency (Epea), das auch in der Schweiz mit einem Sitz in Bäch SZ vertreten ist.
Dieses «Cradle to Cradle»-Konzept hat Braungart mit dem US-Architekten William McDonough begründet. Cradle heisst Wiege. Ein Produkt, etwa ein Textil, wird fortlaufend als neues Produkt wiedergeboren, so die Philosophie. Es ist eine Kreislaufwirtschaft ohne Abfall, bei der Altkleider im besten Fall wieder zu neuen Gewändern verarbeitet werden. Das sei die nächste industrielle Revolution, sagen Epea-Manager.
Der Stoff und die Farben können zersetzt werden
Die Realität sieht anders aus. Jeder Schweizer wirft 18 Kilo Textilien pro Jahr weg. Nur ein Drittel davon wird gesammelt und je zur Hälfte nach Osteuropa und in Entwicklungsländer verkauft. Dort erdrückt die Secondhand-Flut die Textilindustrie. Doch peu à peu verändert sich etwas, auch in der Schweiz. Die Ersten, die sich des Cradle-to-Cradle-Konzepts annehmen, sind Hersteller von Heimtextilien, von Teppichen und Arbeitsbekleidung.
Ein erster Schritt ist das Kompostieren. So bietet der Bezugshersteller Gessner in Wädenswil seit 2008 einen Stoff an, der samt Farben vollständig zersetzt werden kann. Das Grundmaterial besteht aus Wolle und schwer entflammbarer Zellulose. Weil sich das Gewebe kühl anfühlt, wird es unter dem Handelsnamen Climatex vornehmlich für Bürostuhlbespannungen vermarktet. Hat der Stuhl ausgedient, könnte er getrost deponiert werden, sagt Gessner-Chef Fredy Baumeler: «Der Stoff zerfällt in einem halben Jahr in Kohlendioxid und Stickstoffkomponenten. Die sind ein gutes Düngemittel.» Die Epea hat dieses Textil bereits als Cradle-to-Cradle-tauglich zertifiziert.
Die Schlossberg Textil AG in Turbenthal produziert Handtücher und Bademäntel, die mit Knopf und Etikett verrotten. «Cradle to Cradle ist gewiss der Trend», sagt auch Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des deutschen Herstellers Trigema im schwäbischen Burladingen. Trigema wirbt mit kompostierfähigen T-Shirts, Polohemden und Sweatshirts aus Biobaumwolle, die ebenfalls das Cradle-to-Cradle-Siegel tragen.
Für die Zertifizierung hat die Epea strenge Kriterien erlassen. «Im Garn dürfen keine Pestizide nachweisbar sein», sagt Baumeler. Beim Verspinnen des Garns sind Hilfsmittel wie Silikone oder synthetische Öle verboten. Sie schützen das Garn vor dem Reissen, sodass die Webstühle schneller laufen können, stecken aber am Ende als Schadstoff im Textil.
Beim Färben sind von 1600 verfügbaren Textilfarben nur 16 erlaubt. Die Übrigen sind toxisch, fruchtschädigend oder krebserregend oder werden in der Natur nicht rasch genug und ungiftig abgebaut. Das Textil darf auch nicht chemisch veredelt werden etwa mit Fluorpolymeren gegen Fussel oder mit Silikonen für einen weicheren Griff. «Nur Druck, Wasser und Wärme sind erlaubt», sagt Baumeler. «Am Ende entsteht ein essbarer Stoff ohne Schadstoffe.» Zum Vergleich: In einem herkömmlichen BH stecken bis zu 400 teils giftige Chemikalien.
Die Kompostierbarkeit ist indes nur der erste Schritt. «Was verrottet, ohne der Umwelt und der Gesundheit zu schaden, kann auch schadstofffrei im Kreislauf geführt werden», sagt Braungart. Den gesamten Kreislauf zu schliessen, sei die Königsdisziplin.
Reine Synthetikfasern lassen sich hochwertig recyceln
Gessner arbeitet fieberhaft an einem Verfahren, alten Stoff wieder zu einem neuen Textil zu verarbeiten. «Noch in diesem Jahr wird es so weit sein», kündigt Baumeler an. Er verrät nur so viel: Aus den gebrauchten Bezügen würden zu 100 Prozent wieder Fasern und daraus neue Stoffe gewoben. Das recycelte Material werde etwas preiswerter sein.
Der österreichische Möbel- und Vorhangstoffproduzent Backhausen ist bereits so weit. 2010 hat er seine gesamte Produktion auf Wiederverwertung umgestellt. Kunden erhalten einen Rückgabepass und können damit gebrauchte Produkte von überall auf der Welt abholen lassen. Die eingesammelten Polyester-Stoffe werden bei einem Partnerunternehmen nach einem geheimen Verfahren wieder eingeschmolzen und neue Ware daraus gefertigt.
Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, Polyester zu recyceln: Sortenrein kann es ebenso wie Polyamid bei 200 bis 300 Grad Celsius getrennt nach Farben geschmolzen werden. Aus der Schmelze werden neue Fasern und daraus neue Garne gesponnen, die sich nicht von jungfräulicher Ware unterscheiden, wie Thomas Schneider von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin versichert: «So, wie Grünglas wieder grünes Glas ergibt, wird auch ein blaues Polyester-Hemd zum blauen Rock.»
Daneben kann Polyester chemisch recycelt werden. Dieses Verfahren praktiziert das japanische Chemieunternehmen Teijin in grossem Stil. Altkleider aus hauseigenem Polyester werden gesammelt. Mit einer Chemikalie wird die Kunstfaser, die auf molekularer Ebene aus Tausenden identischen Bausteinen besteht, bei 200 bis 280 Grad Celsius in ihre Bausteine zersetzt. Diese werden gereinigt und wieder zu frischer Kunstfaser synthetisiert. Bekleidung, die nicht auf Polyester basiert, muss vor diesem Prozess von Hand aussortiert werden. Baumwolle oder Nylon dürfen nur zu 20 Prozent enthalten sein. Reissverschlüsse und Knöpfe werden maschinell entfernt.
Reine Synthetikfasern lassen sich hochwertig recyceln. Dagegen kann man Naturfasern wie Baumwolle nur wiederverwerten, indem die Stoffe sehr klein gerissen werden und aus den so entstandenen Fasern erneut Garn gesponnen wird. Bei dieser brachialen Methode leidet aber das Material. Die Fasern sind kürzer, als sie natürlich wachsen, und ein so hergestelltes Textil ist mechanisch nicht mehr so beanspruchbar. Aus einer Jeans kann deshalb allenfalls Garn für ein T-Shirt gewonnen werden, niemals umgekehrt.
Publiziert am 04.09.2011
CRADLE to CRADLE: EPIC3
TANATEX has committed itself to the Cradle to Cradle (C2C) philosophy by
implementing EPIC3: Extraordinary Programme for Innovative C2C Cellulosics
Cycle. The purpose of the C2C Design is to restore continuous cycles of biological
as well as technical nutrients with long terms positive effects on profitability, the
environment and human health. TANATEX has chosen for a complete discontinuous
bleaching, dyeing and finishing process of cellulosics: EPIC3. TANATEX is the only
textile chemicals supplier with a complete C2C system approach. TANATEX believes
that C2C is the next generation guiding principle as it is the only alternative for
prolonged use of our scarce global raw materials.
a project of EPEA Switzerland
110915 TANATEX Chemicals_Press release_ITMA2011_English low res